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Das war er also, unser erster Familienurlaub. Ins Familienalbum wird er mit der Überschrift “Tetris für Profis” eingehen, denn es war in jeder Hinsicht eine logistische Meisterleistung: Babysitz, Kinderwagen, Tauchequipment, ein 33 Kilo Hund, der den Kofferraum komplett für sich alleine in Anspruch nimmt – und übrigens so ca. 1 Kilogramm Fleisch pro Tag vernichtet (was natürlich auch mitgenommen werden musste). Und ja, wir sind auch noch mitgefahren.
Zu Beginn einer Reise wird alles perfekt eingepackt und jede Ecke klug genutzt. Je öfter man aber im Laufe des Urlaubs all die Dinge ein- und wieder ausräumen musste, desto mehr wird einfach nur noch jede Ecke genutzt. Irgendwie. Mit irgendwas. Da kann einem dann beim Öffnen der Rücksitztür schon mal ein Babyphon, eine Frisbeescheibe oder auch eine Yogamatte entgegenfallen. Voll beladen bis unters Dach fuhren wir mit einer Nacht Zwischenstopp in Österreich auf die Insel Krk, für ein paar weitere Tage auf die Nachbarinsel Cres und wieder zurück nach Deutschland mit ein paar weiteren Tagen in den Bergen. Wir wollten die Anreise für Leo nicht unnötig lang gestalten und das Aufteilen war für uns alle auf jeden Fall die angenehmere Variante, als 9 Stunden durchzufahren.

Auf Krk hatten wir ein ganz zauberhaftes kleines Apartement direkt am Meer. Also so richtig nah. Gartentürchen auf – da. Gerade für Sarú war die Lage wunderbar, weil er so täglich im Wasser spielen und sich abkühlen konnte. Morgens aufzustehen, barfuß und mit einem Matcha Tee in der Hand direkt dieses Blau zu sehen ist Balsam für die Seele, nicht wahr? Krk erreicht man ziemlich leicht via Autobrücke, die mit dem Festland verbunden ist. Klein und fein würde ich die Insel beschreiben. Sehr grün und die Weinfelder in der Gegend von Vrbnik sind wunderschön, vor allem wenn die tiefstehende Abendsonne das Grün so richig zum Leuchten bringt. Ach und der Wein ist übrigens auch nicht zu verachten. Ich stille zwar noch voll, aber gut geplant geht schon mal das ein oder andere Gläschen. Sehr zu meiner Freude. Für Babybesitzer (ist das politisch korrekt?) ist Krk meiner Meinung nach auf jeden Fall zu empfehlen: Die Distanzen sind kurz und somit perfekt für kleinere Ausflüge. Leo ist jetzt fünf Monate alt und braucht aktuell tagsüber noch drei Schläfchen, danach richtet sich natürlich dann auch die jeweilige Tagesplanung. 🙂

Wir haben insgesamt 6 Tage auf der Insel verbracht, rückblickend hätte ich es dort aber auch noch 3,4 Tage länger ausgehalten. Aber wir mussten ja wieder mal das Abenteuer suchen und dachten, dass es uns an einem Ort schnell zu langweilig werden würde, weshalb wir uns über Air BnB ein Häuschen auf der Nachbarinsel gemietet hatten.
Wie es uns dort erging, erfahrt ihr weiter unten.

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INSEL CRES

Ich muss im Vorfeld anmerken, der ganze Urlaub war für uns ein großer Lernprozess, die letzten Jahre waren wir entweder nur zu Zweit, und dann mit Sarú immer mit dem Wohnmobil unterwegs gewesen. Air BnB und Baby haben da nochmal ganz neue Komponenten mit reingebracht und wir haben auf jeden Fall viel dazu gelernt, was sinnvoll ist und was wir lieber gelassen hätten. Cres zum Beispiel gehört dazu. Aber ich beginne von vorne.
Als wir gemütlich auf der Couch saßen, da sagten wir uns bei der Urlaubsplanung, das wir auf jeden Fall mindestens einmal den Ort wechseln müssten. Auf unseren bisherigen Reisen waren wir selten länger als drei Tage am gleichen Ort gewesen und so entschieden wir uns für die Nachbarinsel. Cres ist ganz leicht mit der Fähre erreichbar und wirklich unglaublich schön. Überall der Duft von Olivenbäumen, viele davon sind bereits uralt. Als ich die Bilder unserer Unterkunft sah, war es direkt um mich geschehen: Ein liebevoll restauriertes Steinhäuschen, mit Blick auf Wald und Meer, dazu ein kleiner Garten in einem malerischen alten Dörfchen fernab von jeglichem Trubel. Ich gebe zu, es war wohl eher der selbe Finger, der beim Fotografieren auf den Auslöser drückt, der auch die Buchung getätigt hatte, denn ansonsten hätte ich vielleicht auch bemerkt WIE FERNAB vom Trubel das Dörfchen Beli tatsächlich liegt. Ich las nur “historisch” und “alt” und zack, Euphorie da.
Ich fasse es direkt zusammen: Beli ist komplett abgelegen, es leben dort noch 30 Menschen und das hat wohl auch seinen Grund. Für einen Ausflug absolut empfehlenswert, aber man ist auch ehrlicherweise in einer halben Stunde durch mit der Besichtigung. Was wir allerdings auf Air BnB nicht sehen konnten und somit erst bei der Ankunft erfuhren war: Ins Dorf dürfen keine Autos. Das ist natürlich perfekt für unser Tetris Abenteuer gewesen. Wir mussten somit unser Auto ganz unten vor dem Dorf parken und dann alle 3454524543324 Sachen über mittelalterliches Kopfsteinpflaster bei 30 Grad in unsere Unterkunft tragen. Ihr versteht nun sicherlich, was ich mit Lernprozess meine. 😀
Mit Baby und Hund so fernab vom Leben zu sein ist war in diesem Fall suboptimal. Ans Meer musste man mit dem Auto fahren und wollte man einkaufen gehen, war man erstmal 2 Stunden unterwegs, da es in Beli selbst kein Geschäft gibt. Also wirklich gar keines. Kein Restaurant, kein Café, keinen minipopelkleinen Tante Emma Laden. Einfach nichts.
Trotz allem: Die Unterkunft an sich war wundervoll und wir haben dort eine sehr schöne Zeit gehabt. Humor hilft in solchen Situationen immer, besonders dann, wenn der Hund die Futterumstellung nicht vertragen hat und nachts stündlich vor die Tür musste.
Getaucht sind wir übrigens auf Krk sowie auch auf Cres und beides war sehr schön. Kann ich auf jeden Fall empfehlen als nahes Tauchziel zu Deutschland.

Beli

Der Ortseingang ins Dörfchen – Autos verboten!

Fazit

Kroatien mit kleinem Baby und Hund geht wunderbar, ich würde aber zusehen, das man sich bei der Buchung um ein paar Infrastrukturen bemüht: Ein Lebensmittelgeschäft in Laufweite ist goldwert, wenn man Selbstversorger ist und vor allem “schnell mal was braucht”. Zudem haben wir es sehr geschätzt, wenn man zusätzlich Restaurants in der Nähe hatte, ohne wieder Hund, Baby, Kinderwagen und Überlebenstasche ins Auto rein- und rauspacken zu müssen. Auch das Meer sollte in Laufnähe sein, damit sich der Hund (oder man selbst) abkühlen kann. Die Temperaturen im Juni gingen noch, aber jeder Hund verträgt Wärme anders. Generell würde ich aber sagen, dass Kroatien nicht das allerbeste Reiseziel für Hunde ist. Außer, der Hund ist der totale Sonnenanbeter und absolut hitzeresistent. Beides sind Sarú und ich nicht. 😀
Krk ist perfekt, wenn man ein kleines Kind hat, weil die Distanzen überschaubar sind und man keine stundenlangen Ausflüge unternehmen muss. Auf Air BnB gab es auf jeden Fall super viele Unterkünfte, die Hunde erlauben – in der Regel aber mit einem Aufpreis von 5 bis 7 Euro pro Tag. Auch als Tauchziel kann ich Kroatien definitiv empfehlen.
Ach und noch ein Tipp, wenn man viel Gepäck hat: Wir haben uns via Ebay Kleinanzeigen eine Dachbox für’s Auto gemietet und gerade mal 40 Euro für die zwei Wochen gezahlt.

Falls ihr weitere Fragen habt, dann schreibt mir hier gerne.

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