Portrait / Story

BACK TO THE ROOTS

Forget not that the earth delights to feel your bare feet and the winds long to play with your hair.
Khalil Gibran

Ich glaube, wenn man mich fragen würde, was ich am meisten an der Fotografie liebe, dann wäre es nicht dieses „Momente festhalten“ im Allgemeinen. Sondern es sind die Momente, in denen die Grenze zwischen Realität und Fantasie fließend wird. Die Momente, in denen vergessen wird, dass es um eine Inszenierung, eine bestimmte Geschichte oder ein gewisses Thema geht. Wenn man plötzlich so vollkommen in einer Sache verloren ist, dass sie für genau diese Zeit alles Denken einnimmt. Wenn ich eine Idee für ein Shooting habe, dann habe ich oft ein ganz bestimmtes Bild im Kopf. Die wirkliche Schwierigkeit jedes Mal aufs Neue darin, dieses Bild für die andere Person verständlich zu machen. Ich muss sie irgendwie übersetzen. Ich muss dem Menschen für eine Zeit lang Zutritt zu meiner Gedankenwelt gewähren. Und genau wenn dieser Moment kommt, wenn beide das gleiche Bild im Kopf haben, dann wird es gut. Das ist es, was ich an der Fotografie am meisten liebe.

Bevor ich Simira kennenlernte, wusste ich übrigens nicht, dass es in ihrer Familie wirklich einmal Indianer gegeben hatte. Ich dachte einfach nur, wie wunderbar sie zu meiner Idee passen würde. Wie grandios die Zufälle doch immer zuschlagen! Inmitten von Kräutern und Sträuchern mit aufgekratzten Beinen und von Mücken zerstochen war es wirklich so, als wäre man weit außerhalb der heimischen deutschen Landesgrenzen. Und wäre uns in diesem Moment ein buntes Indianderpony entgegengaloppiert, ich wäre nicht im Mindesten verwundert gewesen.






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