Portrait / Stories

Frau Goldfarben.

I really believe, when you come out of hiding, in whatever way you’re hiding, you get to go out into the sunlight.
Christine Quinn

Es war ein ganz gewöhnlicher Freitagabend im Juni. Einer dieser sonnigen Tage, die uns endlich mal laut ausprechen trauen, das nun Sommer ist. Damit hält man sich ja gerne zurück. Bloß nicht zu früh. Sonst kommt er im schlimmsten Fall gar nicht. Es war also einer dieser Sommertage und an genau so einem fuhr ich abends um 6 Uhr in eine unbekannte Straße, um ein mir bis dahin unbekanntes Mädchen abzuholen. Mädchen, Frau. Wir nennen sie Frau Goldfarben. Denn das passt wirklich hervorragend zu ihr. Alles, was ich bis dato von ihr wusste war: Sie hat viele Sommersprossen. Sie ist cool. Sie hat Haare wie Gold. Und: Ich wollte sie fotografieren.

Manchmal, da passt eben alles. Das Licht. Der Tag. Der Sommer. Sogar Erdbeerbonbons hatte ich dabei. Und so muss ich nun jedes Mal, wenn ich die Bilder sehe lächeln. Denn es war einer dieser Sommertage. Ich denke an Erdbeerbonbons (die eigentlich gar nicht so gut waren) und an unsere Beine, die nach dem ganzen Weizen und Gras aussahen, wie nach einer allergischen lebensbedrohlichen Reaktion. Ich denke an Frau Golfarben und dass ich wieder einen neuen besonderen Menschen kennengelernt habe. Raus aus dem Versteck. Raus aus der Komfortzone. Einfach machen.

P.S. Und ja, sie heißt wirklich Frau Goldfarben. Manchmal, da passt eben alles.






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